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Das Leben als große Herde – Geschäftsmodelle mit der Crowd

Mai 28th, 2010

die Crowd – Menge, Schar, Gesellschaft.

Das Internet ermöglicht uns die Darstellung als ein Individuum. Absolut und mit Passion treiben wir das voran. Die Technik ermöglicht jedoch immer ausgefeilteres Abbilden der individuellen Ströme. Und da sind wir beim Schwarm, einer Herde, der Crowd oder wie man immer es nennen will.

Verschiedene Geschäftsmodelle bedienen sich bei der Entscheidungsfindung des Schwarms oder der Crowd, wie es auch genannt wird. Viele Individuen ergeben eine Meinung. Amazon mit seiner Entscheidungshilfe, Wikipedia… alles Alte Hasen. Auch im e-Commerce Bereich gabs mal Letsbuyit und andere. Tot sind die Modelle nie gewesen, maximal die ausführenden Unternehmen. Aber hier entfernt man sich wieder von der Crowd und nutzt diese nicht weit genug.

Es wird also in naher Zukunft auch in den klassischen Märkten ein verstärktes Zuhören bei der Kundenschicht geben müssen. Interessant ist, das es inzwischen viele Modelle gibt, die gar nicht mehr vom Produkt zum Nutzer, sondern direkt umgekehrt arbeiten.

Selbst im Finanzbereich sind die Modelle inzwischen erfolgreich angewandt worden. Und hier sind mir drei sehr schöne Beispiele aufgefallen. Mit Smava, der privaten Finanzierungsplattform erreicht eine Crowd an Menschen die Förderung der Vorhaben, die man für richtig erachtet. Das hat schon etwas demokratisches. Toller Ansatz, wir haben ihn selbst versucht und waren positiv überrascht. Allerdings hört mit der Vergabe des Kredits auch die Kommunikation auf. Sicher eine Lösung mit der man leben kann, aber es wäre mehr drin.
Damit komme ich zu Seedmatch – Crowdfunding für Startups aus Dresden. Der Gründer Jens-Uwe Sauer verbindet den Risikokapitalmarkt mit einer Crowd. Hier entscheiden viele Individuen ebenfalls über den Start eines Vorhabens. In dem Fall über Startups und Wachstumsunternehmen, die Finanzbedarf haben. Die Mikroinvestoren können individuell entscheiden, wem sie Geld zur Verfügung stellen. Ab 1000.- Euro erwirbt man Anteile am jeweils ausgewählten Unternehmen. Und damit erwirkt man eine weiterführende Einbindung der Crowd in den Prozess. Der Schwarm wird aktiviert. Allein die Vorstellung, dass ein Startup schon vorm Markteintritt 100 – 300 Multiplikatoren hat, die auch noch einen guten Grund haben darüber zu kommunizieren. Sie sind schließlich Anteilseigner. Seit Mai können sich Mikroinvestoren und Business Angel auf der Plattform anmelden. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung.
Ein weiteres gutes Projekt ist die FIDOR Bank aus München. Webbasiert, mit einem klaren Communityansatz. So erreicht man den Schwarm und dieser kommuniziert direkt zurück. Der offene Ansatz und die schlanke Struktur fördert die Kommunikation und so besteht ein ständiger Austausch über Produkte, Wünsche und Angebote. Im Gründerteam findet man unter anderem Matthias Kröner, den Gründer der Direktanlagebank. Auch ein alter Hase, aber mit neuem Ansatz. Hier wird die Crowd zum Mittelpunkt.

Es gibt noch viele Bereiche in denen ich mir Crowdthinking gut vorstellen kann. Einkaufsgenossenschaften, Universitätsübergreifende Projekte, Öffentliche Unternehmen, aber auch die Politik kann durchaus mehr Schwarmdenken vertragen.

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